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Tanklager unter strengen Kontrollen

Im Gegensatz zu anderen Energieformen kann man Erdöl sehr gut speichern. Dank den Vorkehrungen der Branche wird dabei die bestmögliche Sicherheit gewährleistet.

 

Tankstellen, Heizöllieferanten, Industriebtriebe – sie alle brauchen täglich Nachschub an Treib- und Brennstoffen. Dank rund 60 Tanklagern in der ganzen Schweiz können sich Unternehmen sowie Konsumentinnen und Konsumenten nicht nur auf eine reibungslose Versorgung verlassen, sondern auch auf ausreichend Vorräte im Falle von Versorgungsengpässen und Krisensituationen.

 

Mehr als 7 Millionen Kubikmeter Lagervolumen stehen den Unternehmen der Erdöl-Branche in diesen Anlagen zur Verfügung. Das grösste Tanklager der Schweiz steht im aargauischen Mellingen und besitzt in seinen 25 Tanks ein Gesamtlagervolumen von über 700'000 Kubikmetern.

 

Sappro 4Die Fachleute im Tanklagerbetrieb brauchen einiges an technischem Know-how und ein gutes Auge auf den täglichen Kontrollgängen durch die Anlage (Bild: Sappro).Schutz von Mensch und Umwelt

 

Wer so grosse Mengen an Treib- und Brennstoffen lagert, der muss sich besonders um den Schutz von Mensch und Umwelt kümmern. Die Tanklager gelten – da im Falle eines schweren Unfalls Schäden für Mensch und Umwelt entstehen können – als sogenannte Störfallbetriebe und unterstehen der Störfallverordnung (StFV). Daneben müssen alle Tankanlagen auch die Einhaltung der Umweltschutzgesetze, insbesondere Luftreinhaltung und Gewässerschutz, garantieren.

 

Die Fachleute im Tanklagerbetrieb brauchen einiges an technischem Know-how und ein gutes Auge auf den täglichen Kontrollgängen durch die Anlage.

«Seit ihrer Gründung ist die Kooperationsvereinbarung eine Erfolgsgeschichte.»

Der Vollzug und die Kontrolle der Umweltauflagen obliegt dem jeweiligen Kanton, in welchem ein Tanklager steht. Das Umweltschutzgesetz sagt ausserdem in Artikel 41a: «Der Bund und – im Rahmen ihrer Zuständigkeit – die Kantone arbeiten für den Vollzug dieses Gesetzes mit den Organisationen der Wirtschaft zusammen». Auf dieser Grundlage haben die Erdöl-Vereinigung, Carbura sowie die Kantone Genf, Graubünden, Luzern, St. Gallen, Schaffhausen und Zürich 2006 die «Kooperationsvereinbarung Grosstanklager» ins Leben gerufen.

 

Branche setzt Umweltgesetz um

Die Vereinbarung umfasst Verträge mit den einzelnen Tanklagern, die die eigenverantwortliche Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben stärken. Daneben haben die beiden Branchenorganisationen mit jedem Kanton einen Vertrag unterzeichnet, der die Vollzugskontrolle regelt und für eine einheitliche Umsetzung innerhalb der Vereinbarung sorgt.

 

Mit Eco Swiss – der Umweltschutzorganisation der Schweizer Wirtschaft – ist eine unabhängige Organisation mit der Durchführung der Vollzugskontrollen beauftragt. Derweil begleiten die Fachleute aus Kantonen und der Branche die Vereinbarung im sogenannten Lenkungskernteam mit seinen Fachausschüssen. Dort werden die Vollzugsdokumente regelmässig überprüft sowie bei Bedarf an neuen Entwicklungen oder gesetzliche Vorgaben angepasst.

 

«Die Erdölbranche misst der Sicherheit von Mensch und Umwelt höchste Priorität zu.»

Jedes Jahr müssen die Tanklagerbetreiber ausführlich Auskunft über die getroffenen Massnahmen zum Umweltschutz und zur Störfallvorsorge geben. Ausserdem werden die Anlagen turnusmässig von der Fachstelle Grosstanklager bei Eco Swiss inspiziert und vor Ort überprüft. Aus den Arbeiten der Fachstelle resultieren Massnahmenforderungen an die Tanklagerbetreiber sowie Berichte an Vollzugsstellen in den jeweiligen Kantonen.

 

Erfolgsgeschichte

 

Seit ihrer Gründung ist die Kooperationsvereinbarung eine Erfolgsgeschichte und umfasst mittlerweile 11 Kantone sowie 36 Tanklager. Mit einer Lagerkapazität von rund 5,2 Millionen Kubikmetern untersteht heute ein Grossteil der Schweizer Tankvolumina der Vollzugskontrolle in der Vereinbarung. Die enge Zusammenarbeit zwischen Fachleuten aus Behörden und Industrie im Vollzug des Umweltschutzgesetzes ist in diesem Massstab einzigartig in der Schweiz.

 

Sappro 15An Herausforderungen rund um die Grosstanklager wird es den Fachgremien nicht mangeln (Bild: Sappro)In den nächsten Jahren sollen die Erfahrungen und das Wissen, welches innerhalb der Vereinbarung aufgebaut werden konnte, auch Betreibern kleinerer Anlagen wie Industrietanks zugänglich gemacht werden. 2017 konnte die Kooperationsvereinbarung mit einem Flugzeugbetankungsdienstleister ihr erstes Mitglied ausserhalb der Tanklager-Branche begrüssen.

 

Auch an Herausforderungen rund um die Grosstanklager wird es den Fachgremien nicht mangeln. Mit biogenen Brenn- und Treibstoffen kommen neue Produkte auf den Markt und damit in die Tanklager. Durch die Siedlungsverdichtung, rücken mit neuen Bauprojekten sensible Objekte zunehmend an die Lageranlagen heran, welche ursprünglich auf dem freien Feld mit genügend Abständen gebaut worden sind. Viel Arbeit steht also allen Partnern bevor, um das hohe Niveau im Umweltschutz und der Störfallvorsorge weiter erhöhen zu können.

 

Die Erdölbranche misst der Sicherheit von Mensch und Umwelt höchste Priorität zu. Aufgrund der Kooperationsvereinbarung Grosstanklager kommt sie in Zusammenarbeit mit den Behörden ihren Pflichten nach. Dieser Einsatz lohnt sich: In moderner Zeit gab es in Schweizer Tanklagern nie einen Vorfall mit Umweltschäden, und das soll auch so bleiben.





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